Literaturbüro Lüneburg e.V.
Am Ochsenmarkt 1a | 21335 Lüneburg
Telefon: 04131-3093687 | Fax: 04131-3093688
Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9.00 bis 12.30 Uhr
 
 Mi, 05. Februar 2020
19.30 Uhr
Heinrich-Heine-Haus
Eintritt: € 9,- / 7,- ermäßigt

Karten:
- Literaturbüro Lüneburg:
  04131-3093687
- Lünebuch
- Bücher Am Lambertiplatz

Restkarten gratis für Studierende

Abholung: Ab eine halbe Stunde
vor Beginn der Veranstaltung

Veranstalter:
Literaturbüro Lüneburg, Literarische Gesellschaft

Heinrich-Heine-Stipendium:
Tandem-Lesung


Ronya Othmann und Nora Bossong lesen

Ronya Othmann, geboren 1993 in München, studiert am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie schreibt Gedichte, Prosa und Essays und arbeitet als Journalistin. Veröffentlichungen von Lyrik und Kurzprosa in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien. 2015 organisierte sie die Kurdischen Filmtage in Leipzig. 2015 gewann Ronya Othmann den MDR-Literaturpreis für ihre Erzählung "Bleigießen". Im Juni 2019 nahm sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil und las dort ihren Text „Vierundsiebzig“, der den Genozid an den Jesiden zum Gegenstand hat. Ihr Beitrag gewann den Publikumspreis. 2019 erhielt sie zudem den Förderpreis des Gertrud-Kolmar-Preises für ihr Gedicht „Ich habe gesehen“. In Vorbereitung befinden sich neben einem Gedichtband ein Roman, der die Migration von Othmanns kurdisch-jesidischen Vater und seine Flucht aus Syrien reflektiert. Das Buch erscheint im Sommer 2020 im Hanser Verlag. Von Januar bis April lebt Ronya Othmann als Heinrich-Heine-Stipendiatin in Lüneburg.

Protagonistin des hochgelobten Romans „Schutzzone“ von Nora Bossong ist Mira, nach Stationen bei der UN in New York und Burundi arbeitet sie für das Büro der Vereinten Nationen in Genf. Während sie tagsüber Berichte über Krisenregionen und Friedensmaßnahmen schreibt, eilt sie abends durch die Gänge der Luxushotels, um zwischen verfeindeten Staatsvertretern zu vermitteln. Bei einem Empfang begegnet sie Milan wieder, in dessen Familie sie nach der Trennung ihrer Eltern im Frühjahr 94 einige Monate gelebt hat. Die Erinnerungen an diese Zeit, aber auch Milans unentschiedene Haltung zwischen gesuchter Nähe und schroffer Zurückweisung überrumpeln und faszinieren sie zugleich. Als ihre Rolle bei der Aufarbeitung des Völkermords in Burundi hinterfragt wird, gerät auch Miras Souveränität ins Wanken, ihr Glaube, sie könne von außen eingreifen, ohne selbst schuldig zu werden. Was bedeuten Vertrauen und Verantwortung? Wie greifen Schutz und Herrschaft ineinander? Wie verhält sich Zeugenschaft zur Wahrheit? Und wer sitzt darüber zu Gericht? Diesen Fragen geht Nora Bossong in ihrem virtuosen Roman nach.

Nora Bossong, 1982 in Bremen geboren, schreibt Lyrik, Romane und Essays, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde, unter anderem mit dem Peter-Huchel-Preis, dem Kunstpreis Berlin und dem Roswitha-Preis. Zuletzt erschienen im Hanser Verlag ihr Roman „36,9°“ (2015) und ihre Reportage „Rotlicht“ (2017) sowie im Suhrkamp Verlag der Gedichtband „Kreuzzug mit Hund“ (2018). Nora Bossong lebt in Berlin. „Schutzzone“ war auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2019 und ist ein SPIEGEL-Bestseller.


Die Lesungen der Heinrich-Heine-Stipendiaten werden von der Sparkassenstiftung Lüneburg gefördert.